28.02.2026 | Bad Sobernheim

Nahe-Hunsrück wählt Demokratie

Für Menschenwürde, Vielfalt und eine offene Gesellschaft!

Jetzt ist die Zeit, sichtbar zusammenzustehen.

Mit der Kundgebung „Nahe-Hunsrück wählt Demokratie – Für Menschenwürde, Vielfalt und eine offene Gesellschaft“ laden wir zu einem breiten zivilgesellschaftlichen Schulterschluss ein. Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen: Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass Menschen Haltung zeigen, sich einmischen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Diese Kundgebung richtet sich an alle prodemokratischen Menschen, die nicht hinnehmen wollen, dass Ausgrenzung, Menschenfeindlichkeit und autoritäres Denken weiter Raum gewinnen.

Wir wollen einen Ort der Begegnung und der Ermutigung schaffen – getragen von Zivilgesellschaft, Initiativen, Kultur, Kirche und engagierten Einzelpersonen. Einen Ort, an dem deutlich wird: Wir sind viele. Und wir stehen zusammen. Für eine wertebasierte Demokratie!

Eckdaten:
📍 Marktplatz Bad Sobernheim (55566)
🗓 Sa, 28.02.2026 / 14–18 Uhr

Programm (Auswahl):
Redebeiträge u. a. von Norman Schäfer (IFM), Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel (Evang. Paul Schneider Gemeinde), A*D-Aussteiger Pascal Bähr uvm.
Musik von Knarf Rellöm und Manuel Sattler
Infostände/Aktionen u. a. von Omas gegen Rechts Idar-Oberstein & Meisenheim, Evang. Paul-Schneider-Gemeinde und weiteren Initiativen

Gebt uns gerne per Mail an info@initiative-fm.de Bescheid, ob und in welcher Form ihr dabei sein möchtet.
Lasst uns gemeinsam zeigen: Der Nahe-Hunsrück steht für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt.

Wehrhafte Demokratie – aus Verantwortung!

Eine Demokratie, die sich selbst ernst nimmt, muss wehrhaft sein. Das Grundgesetz wurde aus der Erfahrung seines eigenen Scheiterns heraus geschaffen und gibt dem Staat bewusst Instrumente an die Hand, um jene abzuwehren, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung von innen heraus zerstören wollen. Ein Verbotsprüfungsverfahren gegen die A*D ist daher kein Angriff auf Meinungsfreiheit, sondern ein Akt demokratischer Selbstverteidigung. Wenn eine Partei systematisch Menschenwürde infrage stellt, Rassismus propagiert, Desinformation betreibt und extremistische Netzwerke duldet oder fördert, dann ist es längst an der Zeit, diese Entwicklung rechtsstaatlich prüfen zu lassen. Wehrhafte Demokratie heißt: nicht zuzusehen, bis es zu spät ist, sondern rechtzeitig zu handeln – klar, besonnen und auf Grundlage des Rechts! Nie wieder ist jetzt!

Erinnerung, die verpflichtet: Paul Schneider

Unweit von Bad Sobernheim, in der Dorfwüstung Pferdsfeld, wurde der evangelische Pfarrer und NS-Widerstandskämpfer Paul Schneider geboren. Hier verbrachte er die ersten dreizehn Jahre seines Lebens.
Der spätere Pfarrer kehrte 1934 in den Hunsrück zurück und stellte sich kompromisslos gegen das nationalsozialistische Regime – gegen Antisemitismus, völkisches Denken und die Unterwerfung von Kirche und Gesellschaft unter eine menschenverachtende Ideologie.

Schneider verweigerte den Hitlergruß, widersprach offen NS-Propaganda, nahm Juden öffentlich in Schutz und kritisierte Hitlers „Mein Kampf“ von der Kanzel. Trotz Verhaftungen, Misshandlungen und Verbots kehrte er immer wieder in seine Gemeinden zurück. 1937 wurde er ins KZ Buchenwald deportiert, wo er auch unter grausamsten Bedingungen seine Stimme erhob – für Menschlichkeit, Würde und Gerechtigkeit. 1939 wurde er dort von den Nationalsozialisten ermordet.

Der „Prediger von Buchenwald“ steht bis heute eindrücklich dafür, was es heißt, Mensch zu bleiben, wenn Unrecht zur Norm wird. Seine Haltung ist Teil unserer regionalen Geschichte – und Mahnung für die Gegenwart.

Nie wieder ist jetzt.
Gerade hier, im Nahe-Hunsrück-Raum, erinnern wir an Paul Schneider, weil Geschichte nicht vergangen ist, sondern Verantwortung bedeutet. Seine Standhaftigkeit zeigt: Demokratie braucht Menschen, die widersprechen, Haltung zeigen und nicht schweigen.

Rückblick zu „Auf Anfang!“