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April 2020

Kurswechsel angesichts Corona-Krise: Salon Libertatia in neuem Format

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Vor dem Hintergrund der Corona-Krise planen wir ein alternatives Format für den „Salon Libertatia“ im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz- Das Festival war für den 1. August 2020 im Bad Sobernheimer Nahegarten am Barfußpfad in Kooperation mit DENKMALz angesetzt. Vier aufstrebende Bands aus Skandinavien und ein umfassendes soziokulturelles Programm sollten einen musikalischen und zivilgesellschaftlichen Leuchtturm schaffen. Nun erfolgt ein spannender Kurswechsel: Schweren Herzens haben wir bereits vor einigen Wochen den Entschluss gefasst, den Salon nicht physisch stattfinden zu lassen. Auch wenn wir sicherlich nicht in die Kategorie ‚Großveranstaltung‘ fallen, so können wir aufgrund seriöser Prognosen und Modellierungen sowie der langfristig vorherrschenden Planungsunsicherheit nicht davon ausgehen, dass das rein ehrenamtlich organisierte Festival durchführbar ist. Wir möchten nun die bereits in das Projekt geflossene Energie sowie die bisher verbuchten Meilensteine als Basis für ein alternatives sinnstiftendes und öffentlichkeitswirksames Format nutzen, das ebenfalls musikalische Höhepunkte bietet, die europäische Idee stärkt und prodemokratische Ausrufezeichen setzt – nur eben hauptsächlich digital. Es freut uns sehr und bestätigt uns, dass wir auch bei diesem der Situation angepassten Konzept vom Kultursommer Rheinland-Pfalz unterstützt werden.

Festivals 2020 im Corona-Modus
Der „Salon Libertatia“ 2020 im Corona-Modus

Musikalische Highlights aus Nordeuropa
Zum diesjährigen Kultursommer-Thema „Nordlichter“ möchten wir nun auf digitalem Weg spannende Einblicke in die Musikszene Skandinaviens bieten. Die nordischen Kreativschmieden treffen den Nerv der Zeit und zählen seit Jahren zu den Hotspots innovativer Pop-Musik in Europa. Eigens für das digitale Kultursommer-Format soll ein Live-Session-Video der ursprünglichen Headliner „The Holy“ (Finnland) produziert und im Rahmen einer Premiere einem breiten Online-Publikum zugänglich gemacht werden. Mit ihrem energiegeladenen Stil und ihren fulminanten Shows haben sich die Finnen seit 2018 gehörig internationale Aufmerksamkeit verschafft. In ihren sozialkritischen Texten reflektieren sie ihr eigenes Aufwachsen Anfang der 1990er inmitten wirtschaftlicher Depression und Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe. Bisher existieren nur zwei offizielle Konzertvideos von „The Holy“ – eines vom Kultursender arte sowie eines vom weltweit renommierten Musikkanal KEXP. Letzteres wurde bereits über 70.000 Mal angeschaut.

The Holy (Finnland) © Tero Ahonen

Wenn finanziell alles nach Plan läuft, kann auch ein zweites Konzertvideo produziert werden. Protagonist soll dabei der aufstrebende Musiker „Arvid Nero“ sein. Der Schwede verbindet in seinem hochgelobten ersten Album „Mother Earth“ auf wunderbare Weise Blues, Folk, Songwriter mit wildwestlichen Soundlandschaften.

Ausstellung zu Fake-News mit Volksverpetzer
Neben der Förderung von Kunst und Kultur geht es bei unseren Festivals immer auch um die Stärkung einer offenen, vielfältigen und demokratischen Gesellschaft. Und das ist in Zeiten von Corona nicht anders. So soll die für das Festival konzipierte Ausstellung zu Fake-News weiterhin zunächst in Bad Sobernheim im öffentlichen Raum präsentiert werden bevor sie an Schulen der Region und weiteren Stationen gezeigt wird. Auch eine Online-Version ist vorgesehen. Die eigens kuratierte Ausstellung verdeutlicht und analysiert Muster sowie Mechanismen von Fake-News. Wir wollen damit Medienkompetenzen stärken sowie Hass, Hetze und Unsachlichkeit entgegenwirken. Die Ausstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit den bundesweit bekannten Faktencheckern „Volksverpetzer“. Die Berliner Blogger hinterfragen, decken auf und informieren etwa in Bezug auf Rechtsextremismus, Klimawandel oder die Corona-Krise. Und das sehr erfolgreich – so wurden sie kürzlich von einem renommierten Medienpreis als „Blogger des Jahres 2019“ ausgezeichnet.

Ergänzend zu den beiden exklusiven Konzertvideos und der Ausstellung sind Interviews mit Künstlern und Experten in Planung. Darin soll es beispielsweise um die skandinavische Musikszene, die Situation von Kunst- und Kulturschaffenden in der Corona-Krise, die europäische Idee sowie um den Umgang mit Fake-News gehen.

Bereits erworbene Tickets und Crowdfunding

Alle bisher erworbenen Tickets behalten ihren Geldwert für kommende Veranstaltungen der IFM und die über die Crowdfunding-Kampagne eingeworbenen Mittel werden für die Umsetzung des neuen Formats genutzt. Darüber hinaus möchten wir die Aufmerksamkeit nutzen, um die aktuelle Spendenaktion „Rettet die Popkultur RLP“ zu unterstützen. Das Hilfsprogramm hilft von der Krise betroffenen KünstlerInnen, Freiberuflern und Selbstständigen der rheinland-pfälzischen Popkultur-Szene.

Salon Libertatia 2018