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„Demokratie braucht jede Stimme!“

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Aufruf zur Bundestagswahl am 26. September 2021

„In einer Zeit, in der Feinde der Demokratie innerhalb und außerhalb der Parlamente demokratische Werte immer offener anfeinden, braucht es Menschen, die für diese Werte im Alltag und am Wahltag einstehen.“ Das erklären wir zusammen mit 27 landesweiten und kommunale Einrichtungen der Integrationsarbeit in Rheinland-Pfalz in dem gemeinsamen Aufruf zur Bundestagswahl am 26. September 2021 „Demokratie braucht jede Stimme!“

Aufruf „Demokratie braucht jede Stimme!“ zum Download

Wir Unterzeichner*innen verweisen darin auf die großen Herausforderungen der Klimakrise, der Pandemie, zunehmender sozialer Ungleichheit und globaler Flucht- und Migrationsbewegungen und betonen: „Konzepte, die dabei auf Nationalismus, Ausgrenzung, Abschottung und autoritäre Strukturen setzen, sind keine Alternative zu einer weltoffenen, inklusiven, gerechtigkeits- und menschenrechtsorientierten Politik und deshalb keine Alternative für die Bundesrepublik Deutschland.“

Wir rufen alle Wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus auf, sich mit ihrer Stimmabgabe bei der Bundestagswahl zu Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechten zu bekennen: Darum bitten wir euch auch im Namen der fast 14 Prozent der deutschen Bevölkerung, die nur deshalb am 26. September ihre Stimme nicht abgeben dürfen, weil sie keine deutschen Staatsbürger*innen sind!

Neben uns wird der Aufruf u.a. unterstützt vom Deutschen Gewerkschaftsbund RLP/Saarland und weiteren gewerkschaftlichen Akteur*innen, Wohlfahrtsverbänden, Armut und Gesundheit in Deutschland e.V., dem Verband Deutscher Sinti und Roma Landesverband Rheinland-Pfalz sowie von vielen regionalen Initiativen der Asyl-, Migrations- und Integrationsarbeit. Initiiert wurde er von der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration RLP Integration RLP (AGARP), Aktiv für Flüchtlinge RLP, dem Flüchtlingsrat RLP e.V. und dem Initiativausschuss für Migrationspolitik in RLP.

Jüdisches Leben im Hunsrück

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Ausstellung des Festivals „Auf Anfang!“ ist in Bad Sobernheim zu sehen

Zum unserem Festival „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“, das am 23. und 24. Juli 2021 in der Nahe-Hunsrück-Gemeinde Auen als eines der wenigen Festivals in diesem Sommer stattfand, haben wir in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Synagoge Laufersweiler die Wanderausstellung „Jüdisches Leben im Hunsrück“ ins Leben gerufen. Die als Beitrag zum Festjahr „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“ verwirklichte Outdoor-Schau beleuchtet relevante Facetten jüdischer Kultur in Vergangenheit und Gegenwart und thematisiert auch explizit Antijudaismus und Antisemitismus.

Aktuell ist die aus sechs Modulen mit Text- und Bild-Beiträgen sowie interaktiven Elementen bestehende Präsentation in Bad Sobernheim auf dem Marktplatz vor dem Rathaus zu sehen. Dort soll sie bis etwa Mitte Oktober stehen bleiben. Die Schirmherren Staatssekretär Dr. Denis Alt, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Uwe Engelmann, Stadtbürgermeister Michael Greiner und Auens Ortsbürgermeister Torsten Baus sind vom Festival und der Ausstellung begeistert. „Die Mischung aus großartiger Musik und sehr interessanten Impulsen für den gesellschaftlichen Diskurs – u. a. durch die Ausstellung ‚Jüdisches Leben im Hunsrück‘ – trafen voll und ganz meinen persönlichen Geschmack und darüber hinaus halte ich sie für ein sehr starkes und notwendiges Signal für eine offene, solidarische Gesellschaft.“, resümiert Staatssekretär Denis Alt.

Schirmherren des Kulturfestivals zusammen mit dem IFM-Vorsitzenden vor der Ausstellung in Bad Sobernheim. V.l.n.r.: Torsten Baus (Ortsbürgermeister Auen), Michael Greiner (Stadtbürgermeister Bad Sobernheim), Norman Schäfer (Vorsitzender IFM), Uwe Engelmann (Bürgermeister Verbandsgemeinde Nahe-Glan) und Staatssekretär Dr. Denis Alt (Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit RLP)

Wie schon zur letzten Ausstellung des Vereins zu „Fake News“ ist wieder eine Tour mit mehreren Stationen geplant. Für uns hat sich das Format der Ausstellungen als niedrigschwelliges Mittel zur kulturellen und politischen Bildung bewährt. Mit den inhaltsstarken und visuell ansprechenden Präsentationen können wir nicht nur im Rahmen unserer Festivals, sondern auch weit darüber hinaus wichtige kulturelle und gesellschaftliche Impulse setzen. Um die Ausstellung auf Tour bringen zu können, sind wir gegenwärtig auf der Suche nach Förderern, Partnern und Sponsoren. Aufgrund der Erfahrungen mit der im vergangenen Jahr realisierten Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ sind wir diesbezüglich optimistisch. Diese Schau war über ein Jahr an neun Standorten in Rheinland-Pfalz unterwegs und erhielt große mediale Resonanz, viel Lob seitens Besucher:innen und Anfragen aus dem ganzen Bundesgebiet.

Jüdische Geschichte in der Region erfahrbar machen

Die vom Förderkreis Synagoge Laufersweiler e.V. unter Federführung von Carolin Manns kuratierte Ausstellung folgt den Spuren der Juden in der Region über Jahrhunderte und gibt Einblicke in die jüdische Lebensweise und Kultur. Dabei werden auch Ausgrenzung, Antijudaismus und Antisemitismus thematisiert. Ziel der Ausstellung ist es, die reiche jüdische Kulturgeschichte der Region für ein breites Publikum erfahrbar zu machen und so dem Vergessen entgegenzuwirken. Denn schon früh lassen sich erste Spuren jüdischen Lebens im Hunsrück verzeichnen. Nach der Vertreibung aus den Städten siedelten sich ab dem 16. Jh. zahlreiche Juden auf dem Land an und bildeten auch im Hunsrück kleine jüdische Gemeinden. Zunächst nur geduldet, erfolgte erst im 19. Jh. eine langsame rechtliche Emanzipation und Annäherung an die christliche Mehrheitsgesellschaft. Viele Berufe blieben den Landjuden lange verschlossen und so verdingten sie sich mehrheitlich als Viehhändler oder umherziehende Kaufleute, lebten in ärmlichsten Verhältnissen. So gut wie möglich versuchten sie ihre religiösen Traditionen und Bräuche aufrechtzuerhalten. Im Rhein-Hunsrück-Kreis erlebt das Landjudentum Ende des 19. Jh. seinen Höhepunkt. Dort stieg in einigen Dörfern der jüdische Bevölkerungsanteil um 1900 gar auf über 20%.

Die der Schau zugrunde liegende Projektierung, Umsetzung, Gestaltung und Koordination lag bzw. liegt bei uns. Interessenten können sich per Email an info@initiative-fm.de wenden.

Beteiligung am Festjahr „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“

Die Ausstellung „Jüdisches Leben im Hunsrück“ ist bis ca. Mitte Oktober in Bad Sobernehim auf dem Marktplatz zu sehen.

Im Jahr 2021 leben Jüdinnen*Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Im Festjahr werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet, darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, Podcasts, Video-Projekte, Theater oder Filme. Mit der programmatischen Beteiligung am Festjahr möchten wir jüdisches Leben sichtbar und erlebbar machen und dem erstarkenden Antisemitismus entgegenwirken. Das Festival widmete sich neben der Ausstellung mittels hochkarätigen Musikdarbietungen von Daniel Kahn und Yeva Lapsker, Yuriy Ghurzy sowie Sharon und einer Performance über den NS-Widerstandskämpfer und Pfarrer Paul Schneider, der sich für Juden einsetzte, jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart.

 

Zum Festival „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“

Als eines der wenigen Festivals im Sommer 2021 fand Ende Juli die dritte Ausgabe von „Auf Anfang!“ in der Nahe-Hunsrück-Gemeinde Auen statt. Die fast einjährige Planungszeit, in der zahlreiche stets von Hoffen und Bangen begleitete Szenarien erarbeitet wurden, mündete schließlich in einem in diesen Zeiten fulminanten Kulturfestival, das  an beiden Tagen von jeweils rund 750 begeisterten Besucher:innen, Künstler:innen, Akteur:innen, Helfer:innen und Dienstleister:innen gefeiert wurde. Das kleine Dorf verwandelte sich an diesem Wochenende nicht nur zu einem weit ausstrahlenden kulturellen Hotspot, sondern auch zu einem Ort gelebter Utopie. Mit 20 Musik-Acts auf zwei Bühnen, drei Ausstellungen, Performances, vier Talks, einem eigenen Kinderbereich sowie verschiedenen Infoständen bot das üppige Programm sowohl erstklassige Unterhaltung als auch kulturelle und politische Bildung auf hohem Niveau. Dabei kamen auch die inhaltlichen Bezüge zum Kultursommer Rheinland-Pfalz mit seinem diesjährigen Thema „Nordlichter“ sowie zum Festjahr „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“ sehr gut beim bunt gemischten Publikum an (zum Rückblick).

Nicht nur in programmatischer Hinsicht war „Auf Anfang!“ ein voller Erfolg, auch das ambitionierte Hygienekonzept und dessen Umsetzung waren vorbildlich (Besucherumfrage zum Download)

 

Zur Initiative für Freizeit und Musikkultur e.V.

Die Initiative für Freizeit und Musikkultur e.V. (IFM) ist ein gemeinnütziger Verein, der für ein anspruchsvolles Kulturangebot in der Nahe-Hunsrück-Region eintritt und im jährlichen Wechsel die beiden Kulturfestivals „Auf Anfang!“ und „Salon Libertatia“ aufführt. Die IFM steht für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft, möchte städtische und ländliche Räume vernetzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Der Verein wurde 2016 gegründet und beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Mittlerweile engagieren sich über 50 Mitglieder sowohl aus der Region als auch aus ganz Deutschland für die Verwirklichung der Vereinsziele.

Weiterführende Informationen:

Bilanz eines grandiosen Auf Anfang! Festivals

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Als eines der wenigen Festivals in diesem Sommer fand am 23. und 24. Juli 2021 die dritte Ausgabe von „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“ im kleinen Ort Auen im Nahe-Hunsrück-Raum statt. Die fast einjährige Planungszeit, in der wir zahlreiche stets von Hoffen und Bangen begleitete Szenarien erarbeiteten, wurde schließlich von einem fulminanten Festival gekrönt. Damit wir unser Leuchtturm-Projekt in dieser grandiosen Form auf die Bühne bringen konnten, mussten seit August 2020 unglaublich viele Räder ineinandergreifen und wir sind richtig stolz, dass uns das gelungen ist. Als knapp drei Wochen vor dem Festival mit der neuen rheinland-pfälzischen Corona-Bekämpfungsverordnung die behördlichen Grundlagen für die Durchführung geschaffen wurden und kurze Zeit später die Genehmigung des Hygienekonzeptes erfolgte, musste nur noch das Wetter mitspielen. Und auch hier hatten wir das Glück der Tüchtigen :-).

Foto: Carsten Steuer

Starkes internationales Programm in idyllischer Atmosphäre

An beiden Tagen feierten jeweils rund 600 begeisterte Besucher:innen ein insbesondere in dieser Zeit außergewöhnliches Festivalerlebnis. Dazu kamen mit Vereinsmitgliedern, Künstler:innen, Akteur:innen, Helfer:innen und Dienstleister:innen weitere knapp 150 Personen. Ohne Corona hätten wir in diesem Jahr gerne bis zu 1500 Gäste begrüßt, aber trotz allem war das Festival ein voller Erfolg. Das kleine Dorf Auen verwandelte sich an diesem Wochenende nicht nur zu einem weit ausstrahlenden kulturellen Hotspot, sondern auch zu einem Ort gelebter Utopie. Mit 20 Musik-Acts auf zwei Bühnen, drei Ausstellungen, Performances, vier Talks, einem eigenen Kinderbereich sowie verschiedenen Infoständen bot das üppige Programm sowohl erstklassige Unterhaltung als auch kulturelle und politische Bildung auf hohem Niveau.

(c) IFM, Foto: Enrico Bosten | Zu den Fotos

Ein Highlight war schon am Freitagabend die Band „The Holy“. Die Finnen, deren letztes Konzert vor Publikum noch 2019 stattfand, bewiesen eindrucksvoll, weshalb selbst große renommierte europäische Festivals enormes Interesse an ihrem hymnischen, druckvollen und virtuosen Sound haben. Ebenfalls sorgten die anderen Musik-Acts wie Ant Antic (AUT/D), Jealous (ISR/D), Finna, Juno Francis (SWE/D), Sorry3000, Roast Apple, Yuriy Gurzhy (UKR/D) oder Arvid Nero (SWE) für wahre Begeisterungsströme. Dabei kamen auch die inhaltlichen Bezüge zum Kultursommer Rheinland-Pfalz mit seinem diesjährigen Thema „Nordlichter“ sowie zum Festjahr „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“ sehr gut beim bunt gemischten Publikum an.

Dass „Auf Anfang!“ weit mehr als ein reines Musikfestival ist, zeigte sich an den inhaltlich profunden Talkrunden zu gesellschaftsrelevanten Themen, die großen Anklang fanden. Unser IFM-Moderator Thilo Baus sprach mit einem Vertreter der Amadeu Antonio Stiftung über Antisemitismus, Rechtsextremismus und Rechtsrock oder mit dem Verein Sea Punks e.V. über Seenotrettung. Ein anderer Talk drehte sich um nachhaltige Ernährung. Unter den Gesprächspartnern war mit Thomas Laschyk, dem Gründer und Geschäftsführer des Faktencheck-Blogs „Der Volksverpetzer“, auch ein prominenter Gast. Im letzten Jahr verwirklichten wir zusammen mit den Faktencheckern die Wanderausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“, die ein Jahr lang in Rheinland-Pfalz tourte und nun beim „Auf Anfang!“-Festival ihre finale Station hatte.

„Die Mischung aus großartiger Musik und sehr interessanten Impulsen für den gesellschaftlichen Diskurs – u. a. durch die Ausstellungen zum Thema ‚Jüdisches Leben im Hunsrück‘ und ‚Fake News‘, trafen voll und ganz meinen persönlichen Geschmack und darüber hinaus halte ich sie für ein sehr starkes und notwendiges Signal für eine offene, solidarische Gesellschaft. Ganz nebenbei hat ‚Auf Anfang‘ dann noch gezeigt, wie man eine große Kulturveranstaltung Corona-sicher hinbekommt. Die Kombination von 3G und Outdoor mit sehr großzügigem Gelände passte perfekt in die Zeit.“

Staatssekretär Dr. Denis Alt, Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, Schirmherr „Auf Anfang!“

Live-Konzert-Videos nun online

Alle Live-Videos sind über www.youtube.com/initiativefm abrufbar. Foto: Manuel Sattler

Wir entschieden uns schon früh dazu, mit einer reduzierten Besucherzahl und nicht mit den normalerweise angestrebten 1500 Gästen zu planen, um Engpässe und problematische Situationen weitestgehend auszuschließen. Um dennoch eine dem hochkarätigen Programm adäquate Aufmerksamkeit und Teilnahmemöglichkeit zu gewährleisten, haben wir 18 Konzerte von Franzl Film aus Saarbrücken als Live-Video produzieren und teilweise per Livestream ausstrahlen lassen. Die Live-Videos sind nun über unseren YouTube-Kanal InitiativeFM abrufbar. In dieser herausragenden Qualität ist das für unser kleines Festival als auch für viele Künstler:innen Neuland.

Erfolgreiches Hygienekonzept

Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, hatten wir „Auf Anfang!“ auf ein dreieinhalb Mal so großes Areal verlegt. Als zentrale Infektionsschutzmaßnahme diente eine Schnelltest-Station, die vom Bad Kreuznacher Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes betrieben wurde. Der Zutritt zum Festivalgelände und Zeltplatz konnte nur erfolgen, wenn eine vollständige Impfung, eine Genesung mit den entsprechenden Abständen oder ein tagesaktueller und zertifizierter Schnelltest vorgezeigt wurde. Zusätzlich wurden die Kontaktdaten sämtlicher Besucher über personalisierte Online-Tickets erhoben. Für das für das Schutz- und Hygienekonzept zeichnete das Berliner Unternehmen „Groskopf-Consulting“ verantwortlich.

„Wir waren sehr zufrieden mit der Umsetzung des durch uns erstellten Schutz- und Hygienekonzeptes auf dem »Auf Anfang Festival 2021«. Dies ist vor allem dadurch gelungen, da der Veranstalter ein großes Augenmerk auf die Umsetzung der Maßnahmen hatte und sich in der Verantwortung gesehen hat, den Gästen eine sichere Veranstaltung zu ermöglichen. Positiv ist in diesem Zuge auch das Publikum hervorzuheben, was die Maßnahmen sehr gut angenommen hat und sich an die Regeln gehalten hat. So sind Veranstaltungen auch in der Pandemie möglich und wir können auf solchen bewährten Konzepten aufbauen.“

Jens Groskopf, Geschäftsführer „Groskopf-Consulting“

Gesellschaftliche Relevanz, Besucherzufriedenheit und Wertschöpfung

Zum Festival führten wir eine umfassende Besucherumfrage durch (Download), die Aufschluss über Qualität und Relevanz des Festivals gibt. So sprechen die Angaben zur Besucherherkunft einerseits für ein großes regionales Interesse, denn über 50% der Besucher kamen aus dem direkten Umland bis Bad Kreuznach und Idar-Oberstein. Sie zeugen aber auch wie in den Vorjahren von der überregionalen Strahlkraft. Ca. 23% der Gäste reisten von außerhalb von Rheinland-Pfalz an, darunter über 7 % aus Hessen und 6% aus Baden-Württemberg. Es kamen aber auch Besucher:innen aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, dem Saarland, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen.

Evaluation zum Festival (Download)

Als Ausdruck für die hohe programmatische Qualität gaben 94% der Befragten an, mit dem gesamten Festival sehr zufrieden (67,5%) oder zufrieden gewesen zu sein. 95% der Befragten gaben an, es weiterzuempfehlen (90%) oder wahrscheinlich weiterzuempfehlen. 89% Prozent gaben an, dass das Festival als Modellprojekt für Veranstaltungen in Zeiten von Corona betrachtet werden kann. Auch zu unseren Zielsetzungen lassen sich spannende Ergebnisse ablesen: 97% stimmen zu, dass „Auf Anfang!“ eine kulturelle Bereicherung für die Region darstellt. Für 96% setzt das Festival ein Zeichen für eine offene Gesellschaft und für 90% stärkt es den gesellschaftlichen Zusammenhalt. 71% der Befragten gaben jeweils an, dass so der Dialog zwischen Stadt und Land gefördert wird und die Veranstaltung eine touristische Bereicherung für die Region darstellt. Die Evaluationsergebnisse bestärken uns und bilden zusammen mit den wunderbaren Erlebnissen am Festivalwochenende einen fruchtbaren Nährboden für künftige Aktionen.

Neben der inhaltlichen und sozialen Bedeutung sorgte unser rein ehrenamtlich organisierte Festival auch in puncto Wertschöpfung für beachtliche positive Effekte in dieser schwierigen Zeit. So sind allein in die erweiterte Region bis nach Mainz über 50.000 € geflossen, für Künstler:innen und Akteur:innen wurden insgesamt Honorare von über 23.000 € gezahlt. Dadurch wird deutlich, wie groß die wirtschaftliche Wertschöpfung solcher Kulturveranstaltungen ist.

Festival für die ganze Region

Uns liegt viel daran, dass „Auf Anfang!“ nicht nur einfach in der Region stattfindet. Das Festival soll vor allem immer auch mit der Region zusammen auf die Beine gestellt werden. So waren zahlreiche engagierte Helfer*Innen verschiedenster Generationen aus Auen und den umliegenden Gemeinden am Festivalwochenende sowie beim Auf- und Abbau im Einsatz. Ohne deren unermüdlichen Einsatz und deren Bereitstellung von Traktoren etc. hätten wir das so nicht durchführen können. Das Bauunternehmen Schneider Bau sorgte für eine umfassende technische Unterstützung, der Wochenspiegel war Medienpartner. Regionale Produkte von der Kappellenbrauerei DENKMALz, der Kirner Privatbrauerei und weiteren Produzenten sorgen für das leibliche Wohl. Auch programmatisch wurde neben den internationalen und bundesweiten angesagten Bands und Solokünstler*Innen bewusst ein spezieller Fokus auf die Region gelegt.

Ausstellung „Jüdisches Leben im Hunsrück“

So wurde in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Synagoge Laufersweiler unter federführender Kuration von Carolin Manns die Ausstellung „Jüdisches Leben im Hunsrück“ verwirklicht, die aktuell in Bad Sobernheim auf dem Marktplatz vor dem Rathaus zu sehen ist und auch weiter auf Tour gehen soll. Weiter erinnerten Performances vom Frankfurter Künstler Dirk Baumanns an den Pfarrer und NS-Widerstandskämpfer Paul Schneider, der im nur wenige Kilometer entfernten Pferdsfeld aufwuchs. Schneider lehnte sich als Pfarrer im Hunsrück sowie als Gefangener im KZ Buchenwald vehement gegen das NS-Regime auf und setzte sich für Juden und Jüdinnen ein. Er wurde schließlich von den Nationalsozialisten im Alter von nur 41 Jahren ermordet. Beide Programmpunkte waren Beiträge innerhalb des Festjahres „2021:  Jüdisches Leben in Deutschland“.

Im Programm wirkten zudem zahlreiche Akteure aus der Region mit, darunter die Bands „Long-hair Discharge“, „We are Rome“ oder der DJ „audite“, der mittlerweile in Leipzig beheimatet ist. Dazu kamen Infostände von „Amnesty International Bad Kreuznach“, „Kreuznach für Vielfalt“ oder „Aktiv für Flüchtlinge Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz“. Wie schon 2019 war es uns auch dieses Mal wieder wichtig, kostenlose Tickets für Geflüchtete und andere Menschen, die sich Konzerte sonst nicht leisten können, bereitzustellen.

Weitere Unterstützer gesucht

Innerhalb der Fortentwicklung ländlicher Räume können kulturelle Veranstaltungen wie unsere Festivals „Auf Anfang!“ oder „Salon Libertatia“ eine wichtige Funktion einnehmen. Sie sind Begegnungs- und Reflexionsort, stärken die Identifikation, steigern die regionale Attraktivität, fördern kulturelle Teilhabe- und Beteiligungsmöglichkeiten und sie beleben unsere vielfältige und demokratische Gesellschaft. Da die  rein ehrenamtlich organisierten und kuratierten Projekte mit enormen Anstrengungen und großer Verantwortung verbunden sind, suchen wir jedoch weitere Unterstützer, um die großangelegten Projekte langfristig zu sichern und damit nachhaltig kulturelle und gesellschaftliche Impulse in der Region setzen zu können. Ob Unternehmen, Stiftungen oder Einzelpersonen, ob Sponsoring, Spende, Mitgliedschaft oder Bereitstellung eines Lagerraums, jegliche Form der Unterstützung ist willkommen. Interessierte können sich gerne per Email an info@initiative-fm.de wenden.

Förderer, Schirmherren & Partner

Das Festival wurde gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von Neustart Kultur. Weitere Hauptförderer waren das Festjahr „2021: Jüdisches Leben in Deutschland“, der Kultursommer Rheinland-Pfalz, DENKMALz – die Kapellenbrauerei, der Förderfonds Demokratie sowie die Amadeu Antonio Stiftung. Die Schirmherrschaft hatten Staatssekretär Dr. Denis Alt aus dem Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, Uwe Engelmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nahe-Glan, Michael Greiner, Bürgermeister der Stadt Bad Sobernheim, sowie Torsten Baus, Bürgermeister der Ortsgemeinde Auen, übernommen.

Auf Anfang! steht in den Startlöchern

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Wenn am 23. und 24. Juli die dritte Auflage des Kulturfestivals „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“ in Auen stattfindet, wird der kleine 200-Einwohner Ort wieder Anziehungspunkt für eine vielfältige Besucherschaft nicht nur aus der ganzen Nahe-Hunsrück-Region, sondern auch aus dem überregionalen Raum. Ein weithin ausstrahlendes Markenzeichen des Festivals ist das besondere Zusammenspiel aus angesagten internationalen und bundesweiten Newcomer-Bands, künstlerischen Aktionen, prodemokratischen Maßnahmen und der bezaubernden Atmosphäre des Festivalgeländes.

IFM & DENKMALz

Förderer DENKMALz zusammen mit der IFM; v.l.n.r. Julian Kissling, Norman Schäfer (beide IFM), Bruno Schneider und Lena Schneider (beide DENKMALz) © IFM e.V.

Festival für die ganze Region

„Auf Anfang!“ hat sich über die Jahre zu einem relevanten Event für die regionale Wertschöpfung entwickelt. Selbst in diesem schwierigen Jahr werden rund 30.000 € direkt in die Region fließen. Uns liegt daneben aber auch sehr viel daran, dass die Veranstaltung nicht nur einfach in der Region stattfindet. Sie soll vor allem auch mit der Region zusammen auf die Beine gestellt werden. So sind zahlreiche engagierte Helfer*Innen aus Auen und den umliegenden Gemeinden am Festivalwochenende sowie beim Auf- und Abbau im Einsatz. Das Bauunternehmen Schneider Bau sorgt für eine umfassende technische Unterstützung, der Wochenspiegel ist Medienpartner. Regionale Produkte von der Kappellenbrauerei DENKMALz, der Kirner Privatbrauerei und weiteren Produzenten sorgen für das leibliche Wohl. Das Programm legt neben den internationalen und bundesweiten angesagten Bands und Solokünstler*Innen bewusst einen speziellen Fokus auf die Region. So wurde in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Synagoge Laufersweiler und dem Hunsrück Museum in Simmern die Ausstellung „Jüdisches Leben im Hunsrück“ verwirklicht, die im Anschluss an das Festival auf Tour gehen soll. Weiter erinnern Performances vom Frankfurter Künstler Dirk Baumanns an den Pfarrer und NS-Widerstandskämpfer Paul Schneider, der im nur wenige Kilometer entfernten Pferdsfeld aufwuchs. Schneider widersetzte sich als Pfarrer im Hunsrück sowie als Gefangener im KZ Buchenwald vehement dem NS-Regime und wurde schließlich von den Nationalsozialisten im Alter von nur 41 Jahren ermordet. Beide Programmpunkte sind Beiträge innerhalb des Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Im Programm wirken zudem zahlreiche Akteure aus der Region mit, darunter die Band „Long-hair Discharge“ aus Winterbach und Bad Kreuznach, die Schweppenhausener Formation „We are Rome“ sowie Infostände von „Amnesty International Bad Kreuznach“, „Kreuznach für Vielfalt“ oder „Aktiv für Flüchtlinge Bad Kreuznach/Rheinland-Pfalz“.

„Musik, Kultur & Miteinander an außergewöhnlichen Orten in unserer Region zu ermöglichen und dabei weltoffen zu sein, das belebt unsere Region, lädt Gäste von überall her ein und passt hervorragend zu unserem eigenen Schaffen in der historischen Disibodenberger Kapelle. Das bringt Menschen zusammen und lässt sie schöne gemeinsame Stunden und kulturelle Erlebnisse genießen.“

Bruno Schneider, DENKMALz-Geschäftsführer über das Engagement der IFM

Tickets jetzt und nur online!

Wer jetzt noch keine Eintrittskarten für das Festival hat, sollte sich beeilen, denn es sieht ganz danach aus, dass wir ausverkauft sein werden. Erhältlich sind diese nur über unseren Webshop.

Umfangreiche Corona-Maßnahmen

Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, haben wir „Auf Anfang!“ auf ein direkt anliegendes Areal verlegt, das dreieinhalb Mal so groß ist wie die bisherige Fläche. Zutritt erhalten nur Geimpfte, Genesene oder negative getestete Personen. Wir setzen eine eigene Schnelltest-Station ein und ergreifen alle notwendigen Abstands-, Hygiene- und Kontaktdatenmaßnahmen. Für die Erstellung des umfassenden Hygienekonzeptes wurde die Berliner Firma Groskopf-Consulting beauftragt, die jüngst auch für Infektionsschutzmaßnahmen auf der Berlinale verantwortlich zeichnete.

Ausstellung gegen Fake News weiter auf Tour

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Prämierte Schau zu Gast in Koblenz

Seit Juli 2020 ist unsere Outdoor-Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ auf Tour durch Rheinland-Pfalz. Nun ist die Schau, die jüngst mit einem Preis vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet wurde, bis zum 10. Juli 2021 auf dem Schlossvorplatz in Koblenz zu sehen. Die zusammen mit dem Faktencheck-Blog „Der Volksverpetzer“ kuratierte Ausstellung richtet den Fokus auf das demokratiegefährdende Problem der gezielten Desinformation, das seinen Nährboden vordergründig in den Sozialen Medien findet. Durch die Präsentation im analogen Raum sollen Filterblasen durchbrochen und Medienkompetenzen gestärkt werden. Möglich wurde die Präsentation auf dem Schlossvorplatz durch die Zusammenarbeit mit der Koordinierungs- und Fachstelle „Demokratie leben!“ in Koblenz sowie der Vermittlung durch pop rlp. Unter Einhaltung der geltenden pandemiebedingten Abstandsregeln ist die Schau allen Interessierten öffentlich zugänglich.

Die Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ steht bis zum 10. Juli vor dem Koblenzer Schloss. Foto: Clara Jung

„Wir freuen uns, dass wir die Ausstellung auch in Koblenz präsentieren können. Gerade in Zeiten der Pandemie scheinen falsche und einfache Wahrheiten wieder mehr Gehör zu finden. Die Ausstellung hilft dabei, diese aufzudecken und dafür zu sensibilisieren, Aussagen zu hinterfragen“, äußert sich Clara Jung, die das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ in Koblenz koordiniert. Die Ausstellung wurde auch zum Anlass genommen, zwei Online-Vorträge zum Thema „Fake News“ zu organisieren, einen für Erwachsene und einen für Jugendliche. Weitere Informationen dazu gibt es bald auf der Facebook-Seite der Partnerschaft für Demokratie Koblenz.

Die Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“

Mit der Wanderausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ haben wir einen Nerv der Zeit getroffen. An den bisherigen Standorten in Bad Sobernheim, Meisenheim, Bad Kreuznach, Ludwigshafen, Hargesheim, Zweibrücken und Speyer stieß die Schau, die sich mit strategisch motivierten Falschmeldungen auseinandersetzt, bereits auf große Aufmerksamkeit. Dank der Förderungen des Kultursommers Rheinland-Pfalz, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie der Unterstützungen des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und „Kreuznach für Vielfalt“ konnte eine Rheinland-Pfalz-Tour mit neun Stationen verwirklicht werden – und das trotz mehrfacher politisch motivierter Beschädigungen. Als vorbildliches übertragbares und nachahmbares zivilgesellschaftliches Projekt wurde die Ausstellung vom Bündnis für Demokratie und Toleranz jüngst ausgezeichnet.

Neben der Förderung von Kunst und Kultur tritt die IFM mit starker Stimme für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft ein. Die zum letztjährigen Kulturfestival „Salon Libertatia. Musik & Diskurs“ verwirklichte Ausstellung soll mit 14 Text-Bild-Tafeln, zwei interaktiven Stationen und umfassenden weiterführenden Informationen den besorgniserregenden Entwicklungen hinsichtlich Rechtspopulismus, Rechtsextremismus sowie Hass und Hetze entgegenwirken. Faktenbasiert werden Muster sowie Mechanismen von Fake-News verdeutlicht. Die letzte Ausstellungsstation der Rheinland-Pfalz-Tour wird das diesjährige IFM-Kulturfestival „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“ am 23. und 24. Juli 2021 in Auen an der Nahe sein.

Ausstellung auch als Plakatversion erhältlich

Vor dem Hintergrund des großen Interesses wurde die Ausstellung zusätzlich in einer Plakatversion verwirklicht. Die Plakatausstellung besteht aus 12 Din A0-Plakaten und ist für 150,00 € zu erwerben. Somit bietet sich die effektive Gelegenheit, in Schaufenstern, Schulen oder etwa an Litfaßsäulen bundesweit und geballt gezielter Desinformation und gesellschaftlicher Spaltung entgegenzuwirken. Die Plakate sind hochwertig auf Affichen-Papier gedruckt und daher auch problemlos für einen längeren Außeneinsatz geeignet.

Aktuelle Informationen zur Ausstellung und zur Bestellung der neuen Plakatversion unter https://initiative-fm.de/ausstellung-fake-news/

Erinnerung an den NS-Widerstandskämpfer Paul Schneider (1897-1939) // Performance von Dirk Baumanns

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„Wir können nicht alle mit unseren Überlebens-Kompromissen Hitler in seiner unrechten Gewaltherrschaft bestärken. Wenigstens einige müssen ihm mit letzter Entschiedenheit widerstehen.“   Paul Schneider, Juli 1937

Schneider. Paul, Pfarrer, Als Hilfsprediger in Essen 1925, Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland

Das „Auf Anfang!“-Festival in Auen findet etwa 2,5km Luftlinie von der Dorfwüstung Pferdsfeld statt. Das kleine Hunsrückdorf wurde wie einige benachbarte Dörfer um 1980 aufgrund des Fluglärms des direkt anliegenden Natoflugplatzes aufgegeben und stellt heute einen bizarr-pittoresken „Lost Place“ dar. Dieser Ort ist aber auch mit einer ganz anderen und für uns umso wichtigeren Bedeutung aufgeladen: Es ist der Geburtsort des NS-Widerstandskämpfers Paul Schneiders, der die ersten dreizehn Jahre seines Lebens bis 1910 hier verbrachte. Der spätere wortgewaltige Pfarrer, der 1934 in den Hunsrück nach Dickenschied zurückkehrte, stellte sich vehement dem nationalsozialistischen Hitlerregime entgegen und wurde 1939 im Konzentrationslager Buchenwald von den Nazis ermordet. Mit einer Performance des international gastierenden Künstlers Dirk Baumanns (FFM) halten wir im Festjahr „2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ die Erinnerung an den NS-Widerstandskämpfer hoch!

Warum die Erinnerung an Paul Schneider wichtig ist:

Die Ideologie der Nationalsozialisten ist nicht tot, sie lebt weiter in rechtsextremen politischen Orientierungen, die unseren demokratischen Staat ablehnen und dafür eine autoritär geführte „Volksgemeinschaft“ errichten wollen. Heutige Rechtsextreme versuchen die NS-Ideologie in ein modernes Gewand zu kleiden und ihre rassistischen Positionen als Ethnopluralismus neu zu verpacken. Der Bezug zur NS-Ideologie zeigt sich zudem ganz deutlich in antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Positionen wie der Holocaustleugnung und der Verharmlosung des Nationalsozialismus. Rechtsextremisten nutzen die Rechte unserer demokratischen Grundordnung, um diese zu zerstören. Seit 1990 wurden in Deutschland mindestens 213 Menschen von rechtsmotivierten Gewalttätern getötet (1). Es ist längst nicht mehr nur von einer rechtsextremen Szene die Rede, es muss von einer Bewegung gesprochen werden. Und heute haben wir mit der AfD eine Partei im Bundestag und den Landesparlamenten, die ganz offensichtlich der parlamentarische Arm des Rechtsextremismus ist! (2)(3)

IFM-Vorstand vor dem Paul-Schneider-Denkmal in Pferdsfeld mit der goldenen Rettungsdecke als Zeichen der Initiative DIE VIELEN

IFM-Vorstand vor dem Paul-Schneider-Denkmal in Pferdsfeld mit der goldenen Rettungsdecke als Zeichen der Initiative DIE VIELEN

Wir möchten mit der Erinnerung an Paul Schneider uns allen ins Gedächtnis rufen, dass wir Verantwortung dafür tragen, was um uns herum geschieht! Der Rechtsextremismus ist die größte Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft. Ein Blick in die Vergangenheit erinnert uns an den rechtsterroristischen Anschlag in Hanau, den Mord an Walter Lübcke, die Aufdeckung der rechtsterroristischen „Gruppe S.“, der rechtsterroristische Anschlag in Halle, die Ausschreitungen in Chemnitz, das Hannibal-Netzwerk, die NSU-Morde oder die Höcke-AfD, die zu Umsturz und Bürgerkrieg aufrief – und diese Liste ließe sich problemlos weiter fortführen. Diese Gewalttaten sowie die zunehmende Hetze, durch die Unsagbares sagbar wird und aus Worten Taten folgen lässt, muss uns aufrütteln! Wir müssen als Gesellschaft diesen Entwicklungen mit aller Kraft entgegentreten, Charakter zeigen und die unverrückbaren Positionen des Menschenrechts und der mitmenschlichen Verantwortung immer wieder verteidigen!

 

Widerrede und Widerstand Paul Schneiders gegen das NS-Regime

Die ersten Konfrontationen von Paul Schneider mit dem NS-Regime zeigten sich, als er 1932 bei einer angeforderten Stellungnahme für seine Wahl von Hindenburg statt Hitler darlegte, dass er die „heidnisch-völkischen Strömungen“ in der Hitler-Bewegung ablehne und in dieser eine „unchristliche Haltung der Bewegung gegen Altes Testament und Juden“ vorherrsche. Weiter wehrte er sich standhaft, die Hakenkreuzfahne zu grüßen und seinen Konfirmandenunterricht mit dem Hitlergruß zu beginnen und zu beenden. Auf einer Beerdigung eines Hitlerjungen in Gemünden im Jahr 1934 widersprach er der Rede des NSDAP-Kreisleiters, dass der Junge nun in den „Himmlischen Sturms Horst Wessels“ (ein verstorbener nationalsozialistischer Vorkämpfer) übergehen würde. In der Folge wurde er zum ersten Mal verhaftet, allerdings erreichten seine Gemeinden die Freilassung. 1934 und 1935 nahm er in einer Predigt Juden ausdrücklich in Schutz und appellierte die Kirchenbesucher daran, sich an der Kollekte für eine jüdische Mission im Inland zu beteiligen. 1936 äußerte er in einer Predigt Kritik an Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“. Nach seiner dritten Verhaftung 1937, die er im Gestapo-Gefängnis Koblenz verbrachte, wurde er aus dem Rheinland ausgewiesen. Nach seiner Freilassung kehrte er im gleichen Jahr trotz offiziellem Verbot in seine Gemeinden Dickenschied und Womrath im Hunsrück zurück. Anschließend wurde er abermals in das Gefängnis der Geheimen Staatspolizei und schließlich noch im Jahr 1937 nach Weimar in das neu errichtete KZ Buchenwald verlegt.

Der Prediger von Buchenwald

Im KZ Buchenwald lehnte er es 1938 ab, beim Fahnenappell zu Hitlers Geburtstag, die Mütze abzunehmen, woraufhin er mit Stockschlägen bestraft wurde und in einer Einzelzelle inhaftiert wurde. Seitdem erlitt er nicht nur selbst schreckliche Misshandlungen, er erlebte auch unmittelbar die Einlieferungen der Juden in den „Bunker“ (Arrestzellenbau) sowie deren Ermordungen. All dem zum Trotz erhob der „Prediger von Buchenwald“ in dem unmenschlichen und verbrecherischen Chaos immer wieder lautstark seine Stimme. Dabei setzte er sich auch explizit für seine jüdischen Mitgefangenen ein. Aus seiner Zelle heraus sprach er zu den zehntausenden Menschen auf dem Appellplatz vor seinem Zellenfenster und rief Bibelworte hinaus, was nicht nur Christen sondern auch den Juden Trost spendete. Harte Bestrafungen waren die Folge, so wurde Schneider nach seinen Predigten „stets aus dem Arrest auf den Appellplatz gebracht und durchgepeitscht, bis das Blut durch die Kleider drang.“, wie es der politische Häftling Walter Poller, damals Arztschreiber, in einem späteren Bericht festhielt.

Eindringliche Schilderungen des Mutes von Paul Schneider inmitten der unmenschlichen Gräueltaten im Konzentrationslager geben uns heute zahlreiche Berichte von Mitgefangenen wie die des Juden Ernst Cramer oder die des katholischen Geistlichen Leonhard Steinwender:

Emil Cramer, jüdischer Häftling im KZ Buchenwald
„An diesem Abend haben wir, zumindest ich, zum ersten Mal eine laute Stimme gehört aus einem Gebäude, von dem wir keinerlei Ahnung hatten, was es war. Der Mann hat die Bergpredigt ganz laut gesagt und als er beim sechsten Punkt ‚Selig sind die, die um Gerechtigkeit willen leiden.‘ (war), da sprach hinter mir einer ganz leise: ‚Das kann kein Jude sein. Das muss jemand sein, für den die Bergpredigt etwas ganz Besonderes bedeutet‘– die übrigens eine der schönsten religiösen Stellen ist, die es in der Welt gibt. Wir wussten ja nicht, wer es war. Wir haben nur die Stimme gehört, und zwar immer wieder und immer die gleiche Stimme, natürlich unterbrochen durch Schmerzensschreie und Gebrüll von den SS-Leuten, das ist klar. Ich möchte sagen, dass diese christlichen Worte auch den Juden, die damals da waren, irgendwie eine Art Stärke gegeben haben.“ (4)

Leonhard Steinwender, katholischer Häftling im KZ Buchenwald
„Vor dem einstöckigen Bunkergebäude war der große Appellplatz, an dem sich die Häftlinge täglich morgens und abends zum Zählappell, meist verbunden mit allerlei Schindereien, einzufinden hatten. An den höchsten Festtagen ertönte während der Stille des Abzählens plötzlich die mächtige Stimme Pfarrer Schneiders durch die dumpfen Gitter des ebenerdigen Bunkers. Er hielt wie ein Prophet seine Festtagspredigt, das heißt, er versuchte sie zu beginnen. Am Ostersonntag zum Beispiel hörten wir plötzlich die mächtigen Worte: ‚So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben!‘ Bis ins Innerste aufgewühlt durch den Mut und die Kraft dieses gewaltigen Willens standen die langen Reihen der Gefangenen. Es war, als hätte eine mahnende Stimme aus einer anderen Welt zu ihnen gerufen, als hörten wir die Stimme Johannes des Täufers aus den Kerkern des Herodes, die gewaltige Prophetenstimme des Rufenden in der Wüste.
Mehr als einige Sätze konnte er nie sprechen. Dann klatschten schon die Prügel der Bunkerwächter auf ihn nieder oder ein roher Faustschlag schmetterte seinen zermarterten Körper in eine Ecke des Bunkers. Mit seinem starken Willen und seiner unbeugsamen Härte wurde auch brutale Gewalt nicht fertig. Mehr als einmal schleuderte er dem gefürchteten Lagerkommandanten den furchtbaren Vorwurf in das Gesicht: ‚Sie sind ein Massenmörder! Ich klage Sie an vor dem Richterstuhle des ewigen Gottes! Ich klage Sie an des Mordes an diesen Häftlingen!‘ Und er zählte ihm die Namen der Opfer auf, die in den letzten Wochen ihr Leben lassen mussten.
Da man mit der granitenen Härte seiner Überzeugung nicht fertig werden konnte, stempelte man ihn zum Narren, den man durch Schläge zum Schweigen bringt. Über ein Jahr hatte er die Qualen des Bunkers getragen, bis auch seine Kraft der rohen Gewalt erlag. Keine heile Stelle war an seinem Körper, als man ihn tot aus dem Bunker trug. Die Todesnachricht wurde im ganzen Lager mit tiefer Bewegung aufgenommen.“ (5)

Der Leichnam Paul Schneiders wurde in einem Sarg siebenfach versiegelt und es wurde seiner Witwe Margarete Schneider verboten, ihn zu öffnen. Er durfte vor der Beisetzung auch nicht in die Kirche nach Dickenschied gebracht werden, sondern kam in die Kapelle des Krankenhauses in Simmern.

Am 21.7.1939 fand die Beerdigung Paul Schneiders in Dickenschied im Hunsrück statt. Durch hunderte Teilnehmer aus der Bevölkerung von Dickenschied und aus den Nachbarorten sowie etwa 200 Pfarrern aus allen Teilen des Reiches und intensiven und anerkennungsvollen Grabreden aus deren Reihen war die Beisetzung eine machtvolle Demonstration der Bekennenden Kirche und ein Dorn im Auge des NS-Regimes.

Performance von Dirk Baumanns zum Leben des NS-Widerstandskämpfers Paul Schneider

Performance von Dirk Baumanns zum Leben und zur Ermordung des NS-Widerstandskämpfers Paul Schneider im KZ Buchenwald

Performance von Dirk Baumanns

Dirk Baumanns ist ein deutscher international aktiver Performance-Künstler der sich in vielfältiger Weise mit deutscher Geschichte und Identität auseinandersetzt. Für „Auf Anfang!“ hat er eine besondere Performance zu der Geschichte des Pfarrers Paul Schneider konzipiert. Seine Performances leben davon „live“ und mitten unter den Menschen dargeboten zu werden. Nah am Publikum reißt er die Menschen mit seinen Inszenierungen in den Bann. Wie ein wandelndes Gemälde welches sich stetig verändert, schlüpft er in verschiedenste Rollen, indem er Gesicht und Körper bemalt, Kostümierungen und Szenen wechselt sowie dabei Musik, Licht und Umgebung in seine Bewegungen mit einfließen lässt. Die Inszenierung für „Auf Anfang!“ ist eine Reise durch die Eindrücke, Erfahrungen und den dramatischen Lebensverlauf von Paul Schneider während der NS-Diktatur, der schließlich mit der Ermordung im Konzentrationslager Buchenwald durch den Kerkermeister Martin Sommer sein trauriges Ende fand. Sommer, der auch als „Henker von Buchenwald“ bezeichnet wurde, wird als personifizierter Teufel dargestellt.

Zusätzlich fließen aktuelle Ereignisse des wieder aufkeimenden Faschismus und Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft mit in die Performance ein.

Aus dem Mut und dem Widerstand Paul Schneiders schöpfend, bietet die umfangreiche zweiteilige Performance schließlich aber auch einen Ausblick auf eine bessere Welt!

Zitate von Paul Schneider:

„Wir haben uns diesen Kampf ja nicht ausgesucht, müssen ihn aber nun um des Evangeliums willen ausfechten.“  18.März 1935

„Wir können nicht alle mit unseren Überlebens-Kompromissen Hitler in seiner unrechten Gewaltherrschaft bestärken. Wenigstens einige müssen ihm mit letzter Entschiedenheit widerstehen.“   Juli 1937

„Sollte ich als kleinstes Pastörlein auf dem Hunsrück allein dem Staat bezeugen müssen, was recht ist?“ 31.Oktober 1937

„Das Verbrechersymbol grüße ich nicht!“ 20.April 1938

„So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben…“

„Meinen Körper könnt ihr töten, meinen Geist aber nicht.“

„Gebt die Juden frei; auch sie sind meine Brüder“ November 1938

„Sie sind ein Massenmörder. Ich klage sie an vor dem Richterstuhl Gottes.
Ich klage sie an des Mordes an diesen Häftlingen!“

„Harret aus, Brüder, in diesem Kampf. Gott gibt euch die Kraft  Vertraut auf ihn, nicht auf Hitler!“

Literaturempfehlung:
https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Paul_Schneider.pdf

Quellen/Belege:

  1. (https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/rassismus/todesopfer-rechter-gewalt/)
  2. https://www.volksverpetzer.de/recherche-afd/afd-neonazi-netzwerke-1985-2020/
  3. https://www.volksverpetzer.de/politik/arm-des-rechtsterrorismus/
  4. https://mahnmalkoblenz.de/PDF_AUF/Paul_Schneider.pdf
  5. http://www.literaturland-thueringen.de/artikel/literatur-aus-buchenwald/leonhard-steinwender-die-stimme-des-rufenden-in-der-wueste/

Hoffnung auf den Festival-Sommer

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„Auf Anfang!“ wartet mit starkem Programm auf

Silberstreif am Horizont für Auf Anfang!

Silberstreif am Horizont für Auf Anfang!

Aktuell sinkende Infektionszahlen, steigende Impfraten und Prognosen von renommierten Virologen wie Karl Lauterbach machen Hoffnung, dass in diesem Sommer wieder Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel möglich sein werden. Daraus schöpfen wir neuen Mut für unser „Auf Anfang!“-Festival, das am 23. und 24. Juli zum dritten Mal in Auen veranstaltet werden soll. Diese Entwicklung haben wir lange herbeigesehnt. Trotz der schwierigen Ausgangslage für die Organisation von „Auf Anfang!“ sowie der lähmenden persönlichen Sorgen um die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Notlagen, die eine solche Jahrhundertkrise mit sich bringt, haben wir beständig an den Vorbereitungen festgehalten. Das war nicht leicht, aber nun lebt die Hoffnung wieder ganz neu auf, unser Open-Air am 23. Und 24. Juli in Auen auf die Bühne bringen zu können!

 

Das bisher hochkarätigste „Auf Anfang!“-Programm

The Holy (c) Tero Ahonen / #AufAnfang21

The Holy (c) Tero Ahonen

Sollte das Festival stattfinden, dürft ihr euch auf das bisher hochkarätigste Programm freuen, das es bei „Auf Anfang!“ bisher gegeben hat. Insgesamt 20 Musik-Acts aus dem bundesweiten, internationalen und auch regionalen Raum schaffen eine markante Soundlandschaft, die von Indie- und Alternative-Rock, über Synthie- und Nostalgie-Pop, Punk- und Postpunk, Hiphop und Weltmusik bis hin zu elektronischer Musik reicht. Dabei treffen oft verschiedene Genres in neuartigen Kombinationen aufeinander. Headliner sind die aus Helsinki stammenden „The Holy“ sowie der aus Wien kommende und mittlerweile in Berlin beheimatete Multiinstrumentalist „Ant Antic“. Die Finnen, die bereits letztes Jahr bereits beim IFM-Festival „Salon Libertatia“ spielen sollten (Livesession Salon Libertatia), zählen zu den angesagtesten Newcomern aus Skandinavien und sorgten bereits auf zahlreichen renommierten europäischen Festivals mit ihren Auftritten für Furore. Unter anderem die Kultursender Arte und KEXP veröffentlichten fulminante Konzertvideos davon. Sie verbinden mal druckvolle, mal hymnische, mal reich orchestrierte Arrangements mit tiefgehenden emotionalen und sozialkritischen Texten und treffen damit einen Nerv der Zeit. Ihr Sound ist vielschichtig und weckt verschiedenste Assoziationen an Arcade Fire, Editors, Interpol, U2, Peter Gabriel oder TV on the Radio.

Ant Antic (c) Nora Hollstein / #AufAnfang21

Ant Antic (c) Nora Hollstein

„Ant Antic“ ist dieses Jahr für den wichtigsten österreichischen Musikpreis nominiert. Sein einzigartiger Mix aus Ambient, elektronischer Tanzmusik und Contemporary R&B, getragen von einer unverwechselbar eindringlichen Stimme, umfasst das ganze Spektrum von Emotionen: Musik die aufwühlt und gleichzeitig sanft einhüllt. Verträumte Melancholie und unbekümmerte Schwerelosigkeit auf der einen, knackige Basslines und treffsichere Hip-Hop Beats auf der anderen Seite. Die Reduktion der Instrumentierung schafft dabei viel Luft für die Vocals im Vordergrund, während kreativ-unkonventionelles Sounddesign im Hintergrund die Grundlagen schafft für einen mühelosen Spagat zwischen Pop- und Clubmusik. Zu unserem Teaser-Film lieferte Ant Antic den perfekten Soundtrack!

Das Festival „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“

Kleister bei Auf Anfang! 2019

Kleister bei Auf Anfang! 2019

Eine Lanze brechen für progressive Musik und Kunst sowie für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft – dafür steht „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“. Eingebettet In der idyllischen Naturlandschaft der kleinen Ortsgemeinde Auen soll das Festival am 23. und 24. Juli 2021 zum dritten Mal als kultureller und prodemokratischer Leuchtturm weit über die Nahe-Hunsrück-Region hinaus erstrahlen. Neben anspruchsvollen musikalischen NewcomerInnen bieten wir auch Ausstellungen, Performances, Talks und Debatten.

Auf Anfang! wird gefördert durch die Initiative Musik gemeinnützige Projektgesellschaft mit Projektmitteln der Beaufragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von Neustart Kultur. Als Teil des Festjahres „2021: 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ sowie des Kultursommers Rheinland-Pfalz widmet sich das Festival mittels anspruchsvoller und unkonventioneller Beiträge jüdischer Kultur in Vergangenheit und Gegenwart sowie aufstrebenden skandinavischen MusikerInnen.

Umfangreiche Corona-Maßnahmen geplant

Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wurde das Kulturfestival auf ein direkt anliegendes Areal verlegt, das dreieinhalb Mal so groß ist wie die bisherige Fläche. Wir wollen eine eigene Schnelltest-Station einrichten, alle notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen ergreifen, eine spezielle App nutzen, ausschließlich personalisierte Tickets ausgeben sowie zahlreiche Hygienestationen und zusätzliches Personal vorsehen. Auch etwaige Besuchereinschränkungen können aufgrund der umfangreichen Fördermittel abgefedert werden.

Tickets hauptsächlich im Vorverkauf

Wir appellieren an den frühzeitigen Ticketerwerb über ihren Online-Shop, da sämtliche Tickets personalisiert werden müssen. Zudem gilt bei etwaigen Einschränkungen der Besucherzahl das Prinzip „first come, first serve“. Wer also sicher dabei sein möchte, falls das Festival stattfindet, sollte mit dem Ticketkauf nicht lange warten. Die Eintrittskarten sind über unseren Online-Shop zu erwerben. Falls aufgrund der Ausnahmesituation eine Absage oder alternative Aufführungsform unabkömmlich ist, können sich die Käufer zwischen Rückerstattung und Spende für die Künstler und Dienstleister entscheiden. Egal wie es kommt, wir wollen auf jeden Fall KünstlerInnen und DienstleisterInnen unterstützen.

Hier geht’s zum Festivalteaser!

 

Vorbereitungen für „Auf Anfang!“ laufen weiter

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Auf Anfang! (c) IFM, Foto: Markus Below

Für den Festivalsommer 2021 stellt die Pandemie nach wie vor ein großes Problem dar. Trotz monatelanger Planungen und bestmöglicher Vorbereitungen wird sicherlich bis weit ins Frühjahr noch ein großes Maß an Ungewissheit vorherrschen, ob und unter welchen Bedingungen Kulturveranstaltungen im Sommer stattfinden können. Einige große und auch kleine Festivals wurden bereits abgesagt, weil etwa das finanzielle Risiko zu groß wurde. Wir sind indes weiter intensiv mit den Vorbereitungen von „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“ beschäftigt. Die dritte Ausgabe des Festivals soll am 23. und 24. Juli 2021 in unserem anerkannten Festivaldorf Auen stattfinden. Möglich ist das einzig durch die umfangreichen Fördermittel und Sponsorings, die wir einwerben konnten. Ja, wir haben noch Hoffnung, dass sich die Situation bis Ende Juli positiv verändern wird. Falls sich auch nur irgendeine Möglichkeit bietet, unser kleines Festival sicher zu veranstalten und die behördlichen Genehmigungen dafür zu erhalten, dann können wir das schaffen.

Neustart Kultur, Festjahr zu jüdischem Leben und Kultursommer Rheinland-Pfalz

Durch Bundesmittel der Initiative Musik über die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (Neustart Kultur) sowie Förderungen im Rahmen des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ sind wir in einer vergleichsweise privilegierten Ausgangsposition. Dazu kommen umfassende Zuwendungen durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz, den Förderfonds Demokratie, die Amadeu Antonio Stiftung, die Kapellenbrauerei DENKMALz sowie weitere Unterstützungen durch die Hevert Foundation und Kleinmotoren-Schmidt. Nur dadurch können wir optimale Sicherheitsmaßnahmen bei gleichzeitiger finanzieller Absicherung umsetzen. Die Höhe der Fördermittel zeugt erfreulicherweise von der Bedeutung, die unserem Festivalprojekt im ländlichen Raum beigemessen wird. Wir sehen das aber auch eindeutig als einen gesellschaftlichen Auftrag, Kunst & Kultur in diesen Zeiten wieder gemeinsam erlebbar zu machen, Menschen zusammenzubringen und natürlich auch Künstler und Dienstleister in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Durch unsere ehrenamtliche Tätigkeit können wir auf diesem Wege viel Gutes tun und allein durch die Hoffnung darauf werden die monatelangen zehrenden Anstrengungen entlohnt. Falls es die Situation nicht ermöglichen werde, werden wir uns aber natürlich nicht über Unmögliches hinwegsetzen und notfalls eine digitale bzw. hybride Version mit einem starken musikalischen, kulturellen und prodemokratischen Programm verwirklichen.

Umfangreiche Corona-Maßnahmen geplant
Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, haben wir die Location auf ein direkt anliegendes Areal verlegt, das dreieinhalb Mal so groß ist wie die bisherige Fläche. Wir wollen eine eigene kostenintensive Schnelltest-Station einrichten, alle notwendigen Abstands- und Hygienemaßnahmen ergreifen, strikt getrennte Ein- und Ausgänge verwirklichen, eine spezielle App nutzen, ausschließlich personalisierte Tickets ausgeben sowie zahlreiche Hygienestationen und zusätzliches Personal vorsehen. Auch etwaige Besuchereinschränkungen können aufgrund der umfangreichen Fördermittel abgefedert werden.

Auf Anfang! (c) IFM, Foto: artmetropol.tv

Leuchtturm der Kultur und der offenen Gesellschaft
Das Festivalprogramm steht bereits zu einem großen Teil. An beiden Tagen sind insgesamt über 20 Musik-Acts aus den Bereichen Indie, Alternative, Synth-Pop, Hip-Hop, Folk, Electro, Punk & Weltmusik geplant. „Auf Anfang!“ ist aber weit mehr als ein reines Musikfestival. Das Festival ist ein Leuchtturm der Kultur und der Zivilgesellschaft im ländlichen Raum, der neben anspruchsvollen musikalischen Newcomern auch zeitkritische Ausstellungen, Performances, Talks und Debatten einbezieht. Als Teil des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ sowie des Kultursommers Rheinland-Pfalz widmet sich das Festival mittels anspruchsvoller und unkonventioneller Beiträge jüdischer Kultur sowie aufstrebenden skandinavischen MusikerInnen.

Infos zum Festival

Wer unser Schaffen und die Vorbereitungen der IFM unterstützen möchte, kann bereits Eintrittskarten über den Ticket-Shop unter www.initiative-fm.de erwerben. Falls aufgrund der Ausnahmesituation eine Absage oder alternative Aufführungsform unabkömmlich ist, könnt ihr euch zwischen Rückerstattung und Spende für die Künstler und Dienstleister entscheiden.

Informationen zum Festival unter www.initiative-fm.de

Ausstellung gegen Fake News ab sofort in Zweibrücken

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Prämierte Schau zu Gast im Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken

Seit Juli 2020 ist die Outdoor-Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ auf Tour durch Rheinland-Pfalz. Nach Bad Sobernheim, Meisenheim, Bad Kreuznach, Ludwigshafen und Hargesheim ist die Ausstellung ab sofort und bis Anfang April an ihrer sechsten Station auf dem Schulhof des Helmholtz-Gymnasiums in Zweibrücken zu sehen. Mit der zusammen mit dem bundesweit bekannten Faktencheck-Blog „Der Volksverpetzer“ konzipierten Schau möchten wir das Bewusstsein für das demokratiegefährdende Problem der gezielten Desinformation schärfen, das seinen Nährboden vordergründig in den Sozialen Medien findet. Durch die Präsentation im analogen Raum sollen Filterblasen durchbrochen und Medienkompetenzen gestärkt werden. Unter Einhaltung der geltenden pandemiebedingten Abstandsregeln ist die Schau allen Interessierten öffentlich zugänglich. Während des Schulbetriebs ist zudem das Tragen eines Mund-Nasenschutzes vorgeschrieben.

Der Zweite Stellvertreter Matthias Eifler und Manuela Baus vor der Ausstellung im Helmholtz-Gymnasium Zweibrücken.

 

Obwohl wir mit unseren Kulturfestivals sonst hauptsächlich im Nahe-Hunsrück-Raum wirken, ist die Station im Zweibrücker Gymnasium ein kleines Heimspiel: Biologie- und Englisch-Lehrerin Manuela Baus ist seit Jahren als Mitglied bei uns aktiv und stammt aus unserem Festivaldorf Dorf Auen, in dem alle zwei Jahre „Auf Anfang!“ stattfindet. Zusammen mit dem zweiten Stellvertreter des Gymnasiums Matthias Eifler hat sie maßgeblich dazu beigetragen, die Schau nach Zweibrücken zu holen. Matthias Eifler freut sich, dass die Ausstellung in seiner Schule zu Gast ist und hebt deren thematische Relevanz hervor: „Kinder und Jugendliche informieren sich heutzutage überwiegend nicht mehr über die klassischen Medien wie Fernsehen, Radio oder Zeitung, sondern fast ausschließlich über Beiträge aus den sozialen Netzwerken. Das stellt insbesondere dann eine Gefahr dar, wenn diese Beiträge bewusst falsche und in die Irre führende Informationen enthalten. Als digitale Schule möchte das Helmholtz-Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern den Umgang mit digitalen Medien umfassend vermitteln. Aber auch in unserer Funktion als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage sehen wir unsere Verantwortung gegenüber unseren Schülerinnen und Schüler. In einer Zeit, da selbst demokratisch gewählte Präsidenten sich der Methode der Fake News bedienen, müssen Kinder und Jugendliche lernen, kritisch und reflektiert vorgetäuschte Nachrichten von echten Nachrichten zu unterscheiden.“

 

Die Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“

Mit der Wanderausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ haben wir einen Nerv der Zeit getroffen. An den bisherigen Standorten stieß die Schau, die sich mit strategisch motivierten Falschmeldungen auseinandersetzt, bereits auf große Aufmerksamkeit. Dank der Förderungen des Kultursommers Rheinland-Pfalz, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie der Unterstützungen des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und „Kreuznach für Vielfalt“ konnte eine Rheinland-Pfalz-Tour mit neun Stationen verwirklicht werden – und das trotz mehrfacher politisch motivierter Beschädigungen. Vom Bündnis für Demokratie und Toleranz wurde die Ausstellung jüngst als vorbildliches übertragbares und nachahmbares zivilgesellschaftliches Projekt mit einem Preis ausgezeichnet.

Neben der Förderung von Kunst und Kultur treten wir mit starker Stimme für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft ein. Die zum letztjährigen Kulturfestival „Salon Libertatia. Musik & Diskurs“ verwirklichte Ausstellung soll mit 14 Text-Bild-Tafeln, zwei interaktiven Stationen und umfassenden weiterführenden Informationen den besorgniserregenden Entwicklungen in puncto Rechtspopulismus, Rechtsextremismus sowie Hass und Hetze entgegenwirken. Faktenbasiert verdeutlicht und analysiert sie Muster sowie Mechanismen von Fake-News. Als finale Station der Rheinland-Pfalz-Tour ist unser diesjähriges Kulturfestival „Auf Anfang! Musik, Kunst & Solidarität“ am 23. und 24. Juli 2021 in Auen geplant.

 

Aktuelle Informationen zur Ausstellung, den Folgestationen, der IFM und ihren Kulturfestivals unter www.initiative-fm.de

Demokratie-Preis für Fake-News-Ausstellung

By Aktuell

Mit der Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ sind wir seit Juli auf Tour durch Rheinland-Pfalz. Nun werden wir für dieses Projekt mit einem Preis vom Bündnis für Demokratie und Toleranz geehrt. Das Bündnis, das der Bundeszentrale für politische Bildung eingegliedert ist, vergibt den Preis jährlich für vorbildliche übertragbare und nachahmbare zivilgesellschaftliche Projekte, die sich in den Themenfeldern Demokratie, Toleranz, Integration, Gewaltprävention, Extremismus und Antisemitismus bewegen. Das ist eine ganz besondere Auszeichnung in diesem herausfordernden Jahr. Die Ausstellung übertrifft alle unsere Erwartungen und es ist ein gutes und wichtiges Signal, dass sie auf großen Zuspruch stößt. Dass wir nun auch noch mit dem renommierten bundesweiten Preis ,Aktiv für Demokratie und Toleranz‘ ausgezeichnet werden, macht uns stolz und bestärkt uns nachhaltig in unserem prodemokratischen Engagement! Das Preisgeld in Höhe von 2.000 € werden wir sowohl für die Ausstellung einsetzen als auch für die Vorbereitungen unseres nächstjährigen ,Auf Anfang!“-Festivals am 23. & 24.7.2021 in Auen.

Die Wanderausstellung ist noch bis zum 8.1.2021 vor dem Kulturzentrum das Haus in Ludwigshafen zu sehen, danach geht sie bis Mitte Februar an die Alfred Delp Schule in Hargesheim.

Die Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“
Mit der Ausstellung „Fake News – eine Gefahr für die Demokratie“ haben wir einen Nerv der Zeit getroffen. An den ersten Stationen in Bad Sobernheim, Meisenheim und Bad Kreuznach stieß die Schau, die sich mit strategisch motivierten Falschmeldungen auseinandersetzt, bereits auf große Aufmerksamkeit. Dank der Förderungen des Kultursommers Rheinland-Pfalz, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie der Unterstützungen des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und „Kreuznach für Vielfalt“ geht die Ausstellung auf Tour durch Rheinland-Pfalz.

Neben der Förderung von Kunst und Kultur tritt die IFM mit starker Stimme für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft ein. Die zum diesjährigen Kulturfestival „Salon Libertatia. Musik & Diskurs“ verwirklichte Ausstellung soll den besorgniserregenden Entwicklungen in puncto Rechtspopulismus, Rechtsextremismus sowie Hass und Hetze entgegenwirken. Faktenbasiert verdeutlicht und analysiert sie Muster sowie Mechanismen von Fake-News.
Als Partner der Ausstellung fungieren die bundesweit bekannten Faktenchecker von „Der Volksverpetzer“. Die Berliner Blogger hinterfragen, decken auf und informieren etwa in Bezug auf Rechtsextremismus, Klimawandel oder die Corona-Krise. Und das sehr erfolgreich – so wurden sie von einem renommierten Medienpreis als „Blogger des Jahres 2019“ und vor kurzem mit dem Augsburger Medienpreis in der Kategorie „Mut“ ausgezeichnet.

kommende Ausstellungsstationen
– 28.11.2020 – 09.01.2021: Ludwigshafen, Das Haus
– 09.01.2020 – Mitte Februar: Hargesheim, Alfred Delp Schule
– Mitte Februar – Mitte März: Mainz
– drei weitere Stationen bis Mitte 2021 sind in Planung.

Informationen zum Demokratiepreis hier.